Rezension: Wie Monde so silbern


Fantasy Zyklus:Luna-Chroniken
  • 2.64/3

2.6/3
(3 Bewertungen)


  
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Zyklus:Luna-Chroniken
Band:1
Verlag:Carlsen
Seitenanzahl:416
Jahr:2013
Originaltitel:Cinder
ISBN:978-3551582867
Perspektive:Er Erzähler
Altersempfehlung:Jugend & Erwachsene
Die Schraube in Cinders Fußgelenk war verrostet, der Schlitz zur Mulde zermalmt. Ihre Fingerknöchel schmerzten, als sie den Metallbolzen mit aller Kraft knirschend aus der Verankerung löste. (1. Kapitel)

Inhalt

Cinder ist ein Mechanikerin und lebt im New Beijing der Zukunft bei ihrer verhassten Stiefmutter und den beiden Stiefschwestern. Doch, was nur die wenigsten wissen: Cinder ist ein Cyborg. Teils Maschine, teils Mensch muss sie sich den Anfeindungen derer entgegensetzen, welche von ihrer Besonderheit wissen. Doch dann begegnet sie eines Tages Prinz Kai, welcher verzweifelt versucht eine tödliche Seuche zu bekämpfen, die sein Reich bedroht. Und der einzige Weg, dies zu schaffen, scheint die unbarmherzige und gefährliche Königin Levana zu heiraten, die ein Gegenmittel verspricht. Doch welche Rolle spielt Cinder in dem ganzen Szenario?


Rezension

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(31 Rezensionen)
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Fazit

„Cinder“ scheint anders als andere Jugendbücher, die es bisher auf dem Markt gibt. Es reiht sich ein in eine lange Riege von düsteren Zukunftsdystopien, weigert sich aber in der Masse zu verschwinden. Es ist der erste von vier Bänden, welche alle eines der altbekannten Märchen neu auflegen, sich jedoch in der im ersten Band eingeführten Rahmenhandlung bewegen. Besonders herrlich erfrischend war es, hier endlich einmal eine realistische Liebesgeschichte in einem Jugendbuch zu lesen. Häufig erscheinen sie zu überstürzt, unauthentisch und nicht nachvollziehbar. In „Cinder“ jedoch nähern sich die Charaktere nur sehr langsam an, es wird nicht mit großen Worten wie Liebe um sich geworfen und es ist eine eher süße, fast schon zögerliche Romanze, die den Leser das ein oder andere Mal zum Lächeln bringen dürfte. Mit dem Prinzen Kai wurde ein Charakter geschaffen, der sofort sympathisch erscheint. Er wirkt in seinem Denken und Handeln reif und bereit, den Thron zu besteigen. Es wird jedoch deutlich, dass er nur ein junger Mann ist, der sich selbst der nahenden Aufgabe nicht gewachsen sieht. Manche wenige Passagen des Buches sind aus seiner Sicht geschrieben, was den Lesefluss nicht stört oder einen zu genauen Einblick erlaubt. Im Gegenteil, durch eben diese Abschnitte erfährt der Leser mehr, vor allem wichtige Informationen und Gedankengänge, die nur aus der Sicht von Cinder vielleicht nicht genau genug hätten dargestellt werden können. Allgemein ist er ein männlicher Protagonist, der so manche weibliche Leserherzen durch kleine Gesten höher schlagen lässt und zur Abwechslung mal kein typischer „Bad Boy“ ist. Cinder erscheint herrlich sarkastisch, doch auch verletzlich. Sie möchte nicht, dass noch mehr Menschen erfahren, dass sie ein Cyborg ist, vielmehr möchte sie als das gesehen werden, was sie ist: ein Mensch. Weswegen sie vielleicht auch manchmal Fehler macht aus ihrer Unsicherheit heraus, jedoch am Ende selbstlos und stark für das kämpft, was ihr wichtig ist. Ein Charakter, zu dem ich eine Art Hass-Liebe während des Lesens entwickelt habe, ist eindeutig Königin Levana. Zum einen der Hass, weil sie einfach der perfekte Bösewicht ist und man gar nicht anders kann, als sie durch die Seiten durch strangulieren zu wollen. Zum andern die Liebe, weil sie einfach als Charakter so wunderbar in die ganze Szenerie passt und die Autorin ihre bösartige und manipulative Mondkönigin nicht besser hätte gestalten können. Anders steht es um Cinders Stiefmutter Adri und ihre Tochter Pearl. Einerseits ist ihr Handeln ein klein wenig verständlich, da besonders Adri als noch immer trauernde Ehefrau die Schuld am Tod ihres Mannes bei Cinder sucht. Dennoch scheinen ihre Figuren ein wenig zu übertrieben. In ihrer Boshaftigkeit wirken sie zu extrem und meistens ist ihr Handeln nicht nachzuvollziehbar. Des Weiteren ist unklar, warum Peony als einzige der Familie auf Cinders Seite steht, wenn ihr familiäres Umfeld ihr doch von Kindesbein an eingetrichtert hat, eben diese zu hassen. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Cinder ein Roman ist, der sich von anderen abhebt und sich definitiv einen Platz im Bücherregal verdient hat. (Diese Rezension bezieht sich auf die Englische Ausgabe des Buches mit dem Titel "Cinder")

Rezension in einem Satz:

Wunderbar gestaltete Charaktere und eine glaubhaft dargestellte Zukunftsvision machen Lust auf eine Fortsetzung und erschweren einem die Wartezeit bis Februar 2013



Rezension

von:
(282 Rezensionen)
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Spannung:
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Fazit

Vorweg: Ja, ich bin ein riesengroßer Märchenfan. Und ja, ich bin beleidigt, wenn jemand meine schönen Märchen verunglimpft. Aber hier ist etwas völlig anderes passiert, das mich regelrecht begeistert hat. Zwar erkennt man die Züge von Aschenputtel – armes Mädchen, welches unter der Stiefmutter leidet und Drecksarbeit machen muss, trifft auf Prinz – aber alles andere wurde raffiniert und mit großem Ideenreichtum umgestaltet. Ethische Fragen kommen auf, allen voran, wie weit ist ein Mensch, der halb durch Maschinenteile ersetzt wurde noch ein Mensch? Und die Perspektive auf die Zukunft (nach Weltkrieg Nr. 4) regt ebenfalls zum Nachdenken an (Es ist keine Dystopie und auch keine Utopie. Es ist einfach eine mögliche Zukunftsvorstellung). Der Roman ist also NICHT eine fade Nacherzählung von Aschenputtel oder Cinderella. Sondern etwas völlig Neues, bei dem Märchenfans wie ich wegen immer wieder einfließender, uminterpretierter Details schmunzeln werden können. Mängel? Bei einer Anlehnung an ein Märchen eine gewisse Schwarz-Weiß-Zeichnung oder eine gewisse Vorhersehbarkeit zu bemängeln wäre teilweise unfair, also werde ich da mal zurückhalten und deswegen nicht meckern. Dass der Asiatische Kulturraum so westlich dargestellt wurde, hat mich nur anfangs irritiert. Was mich zum Schluss wenig gestört hat, ist, dass die Geschichte zwar einen (fast zu schnellen) Höhepunkt hat (bei dem leider zusätzliche Superkräfte entdeckt werden-musste das sein?), aber nicht abgeschlossen hat. In Band 2 geht es weiter. Allerdings nicht mit Cinder allein, sondern zunächst einmal mit Scarlet (Rotkäppchen). Stärken? Definitiv der Ideenreichtum, der aus Aschenputtel ein Cyber-Aschenputtel mit Charakter gemacht hat und das Zukunftsdesign, welches die Zukunft nicht dystopie-schwarz malt, sondern ein buntes Bild zeichnet. Beim Inhalt auch gut fand ich, dass die Liebesgeschichte kein typisches – geheimnisvoller Bad Boy Schönling verliebt sich sofort unsterblich in naive Schönheit, die von ihrer Schönheit nichts weiß – ist . Die Geschichte ist glaubwürdiger, nicht unnötig überstürzt und endlich werden äußere Faktoren mit einbezogen. Liebe kann nicht jedes Hindernis spielend leicht überwinden (Selbstzweifel, Lügen, adelige Heiratspläne und Politik etc.). Deshalb freut man sich umso mehr, wenn es einen Schritt in die richtige Richtung zu gehen scheint und wünscht sich den Märchenschluss als Leser herbei. Dann der Lesefluss. Das Buch hat keine zwei Tage überlebt. Und das ist doch definitiv ein Kompliment. Für die, die Wert darauf legen, die Gestaltung ist gelungen. Mit schwarzen Seiten ist das Buch in vier Teile aufgespalten, die jeweils durch ein Zitat aus dem Märchen Aschenputtel eingeleitet werden und mein Herz gleich mal höher haben schlagen lassen. Oh, und das Cover ist auch toll gewählt und macht sich gut im Schrank. Ich für meinen Teil freue mich schon wahnsinnig auf Band 2. Das Universum, das hier geschaffen wurde, hat es definitiv verdient, gelesen zu werden.

Rezension in einem Satz:

Für Märchenfans eine wunderbare Entdeckung – für Nicht-Märchenfans allerdings ebenfalls.



Rezension

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(7 Rezensionen)
Eigene Empfehlung:
Sprache:Beschreibungen:Charaktere:Idee:




Spannung:
Romantik:
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Fazit

Wer kennt nicht das Märchen von Aschenputtel, dem armen Mädchen, das bei ihrer Stiefmutter und mit zwei Stiefschwestern leben muss? Marissa Meyer hat es verstanden, aus diesem Märchen eine Dystopie in drei Teilen zu schreiben. Es geht um Cinder (eine Anspielung auf Cinderella?), die mehrere künstliche Körperteile hat, da sie als Kind einen schrecklichen Unfall hatte. Sie kann sich nicht mehr daran erinnern, aber nun ist sie ein Cybborg und die beste Mechanikerin der Stadt. Sie hat einen Stand auf dem Markt und eines Tages kommt Prinz Kai an ihren Stand und bittet sie, seine alte Androide zu reparieren. Plötzlich ist nichts mehr wie es einmal war im Leben von Cinder. Nicht nur hat sie Gefühle für den Prinzen, er scheint sie auch zu erwidern, aber dann gibt es noch die blaue Pest, die Lunarier und ihre hinterhältige und manipulative Königin und ihre Stiefmutter, die sie nicht mehr haben will. Die Charaktere sind alle sehr schön ausgearbeitet und tiefergehend, es kommt in keinem Augenblick das Gefühl hoch, dies sei ein Abklatsch des berühmten Märchens und die Geschichte sowie der Schreibstil halten den Leser an das Buch gefesselt. Eine wunderbare Kombination, die zeigt, dass auch „alte“ Geschichten in neuem Gewand ihre Faszination nicht verloren haben.

Rezension in einem Satz:

Aschenputtel reloaded!