Rezension: Schneewittchens Geister


Fantasy
  • 2.75/3

2.8/3
(1 Bewertung)


  
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Zyklus:
Band:
Verlag:Periplaneta
Seitenanzahl:325
Jahr:
Originaltitel:
ISBN:978-3-943876-37-6
Perspektive:Er Erzähler
Altersempfehlung:Jugend & Erwachsene
„Ich glaube, es gibt keinen Wahnsinn“, seufzte sie zwischen zwei tiefen Zügen an ihrer Zigarette, „ich glaube, es gibt nur viel zu viel Realität.“

Inhalt

Schneewittchen heißt eigentlich Ernestine Nordmoor und mag Totenköpfe. Sie raucht, ist depressiv und eine Hypochonderin. Weil sie außerdem noch Geister sieht, ist sie in der Psychiatrie ein Dauergast. Als sie eines Tages auf einen verdächtigen Prinzen trifft, ist nichts mehr wie zuvor. Ernestine muss um ihr Leben fürchten, denn plötzlich ist nicht nur die böse Hexe, sondern auch gleich der Leibhaftige hinter ihr her…


Rezension

von:
(19 Rezensionen)
Eigene Empfehlung:
Sprache:Beschreibungen:Charaktere:Idee:




Spannung:
Romantik:
Humor:
Action:

Fazit

Schon nach den ersten paar Seiten beschloss ich, dass Buch zu mögen. Es hatte eine ganz eigene Note und die Ironie, die das ganze Buch durchzieht, brachte mich gleich zu Anfang mehrmals zum Schmunzeln. Die häufigen Orts- und Perspektivenwechsel wirken zusammen mit einer auktorialen Erzählweise etwas distanziert, was normalerweise nicht so mein Fall ist, aber durchaus zur Geschichte passt. Die schrägen, aber liebenswert-schrulligen Charaktere, obgleich sie nicht dazu angelegt scheinen, sympathisch zu wirken, wachsen einem mit ihren Macken doch schnell ans Herz, sogar zwei der „Bösen“ Seite. Insgesamt ist das Buch jedoch wirklich nicht zimperlich und nichts für zart Besaitete. Dennoch ist es sehr unterhaltsam, ein bisschen zynisch, verrückt, fantasievoll und gruselig. Und das alles wird auf sehr lebendige und unkonventionelle Weise erzählt. Die Verbindung zu Märchen wird darin offenbar, dass der Erzähler immer wieder Vergleiche zieht, die sonst eher weniger auffallen würden, was der Geschichte nochmal einen ganz besonderen Reiz verleiht. Letztendlich musste ich das Buch mit einigem Bedauern zuklappen und das ist es ja, was ein gutes Buch ausmacht. „Schneewittchens Geister“, anfangs als interessant, später als unterhaltsam und recht originell empfunden, hat mit jeder Zeile mein Herz ein Stück mehr erobert. Zum Buch: Mit „Schneewittchens Geister“, einer Geschichte um eine Frau, die 7 Geisterkinder bei sich aufnimmt und in teuflische Angelegenheiten verwickelt wird, gelang Hanna-Linn-Hava ein in vielerlei Hinsicht „geist-reiches“ Buch. Nicht nur, dass es in der Geschichte von Geistern, Monstern und anderen Fantasy-Gestalten nur so wimmelt, auch der Schreibstil und die Dialoge bestechen mit Originalität und Wortwitz. Das Schneewittchen alias Ernestine Nordmoor weist sich regelmäßig selbst in die Psychiatrie ein, da sie neben ihrer Fähigkeit, Geister zu sehen, auch noch hypochondrisch veranlagt ist und eine Neigung zu allem verspürt, was mit dem Tod in Verbindung steht. Dennoch verfügt sie über ein sehr freundliches und naives Wesen. Sie führt ein recht zurückgezogenes Leben mit einem Höllenhund und ihren 7 Geisterkindern, das auf den Kopf gestellt wird, als sie plötzlich ins Visier mehrerer Gehilfen des Teufels gerät. Doch zum Glück ist sie dabei nicht allein: Zur Seite stehen ihr neben ihren Mitbewohnern noch ihr Nachbar, ein Experte für Parapsychologie, ihre strenge, aber mutige Großmutter und deren stets auf Höflichkeit bedachter Sekretär. Das Cover wirkt erstmal sehr gruselig: eine aus schwarz umrandeten Augen böse dreinblickende Frau mit dunklen Haaren, schwarzer Kleidung, Hexennase und einer Art Baby-Dämon im Arm. Aufgefallen sind mir die warmen braunen Augen des Schneewittchens, die einen Kontrast zu ihrer sonst sehr düsteren Erscheinung bilden. Das allein war schon einmal dazu angetan, mein Interesse zu wecken. Die Inhaltsangabe verstärkte dies noch, da sie eine gehörige Portion Humor und Spannung zu versprechen schien und ich Märchen und vor allem ihrer kreativen Weiterverarbeitung sehr zugetan bin.

Rezension in einem Satz:

Der rasante Mix aus Märchen, Grusel, Fantasy und Thriller ist zwar durchaus morbide, aber dabei so charmant und humorvoll erzählt, dass man das Buch schnell liebgewinnt und gar nicht mehr aus der Hand legen will.