Rezension: Dorn


Fantasy
  • 2.00/3

2.0/3
(1 Bewertung)


  
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Zyklus:
Band:
Verlag:Piper
Seitenanzahl:416
Jahr:2013
Originaltitel:
ISBN:978-3492269421
Perspektive:Er Erzähler
Altersempfehlung:Jugend & Erwachsene
In Wahrheit ist die Hoffnung ein wildes Tier, das sich ungezähmt und mit markerschütterndem Geschrei immer wieder gegen seine Gitterstäbe aus Vernunft wirft. Abwägen, lautet die magische Formel stets. Abwägen, worauf es sich zu warten lohnt und worauf nicht. Eine Übung, die niemals leichter wird – ganz gleich, wie viel Jahre jemand dafür auch aufwenden mag. (Präludium)

Inhalt

Markgraf Deckard von Falkenberg lebt friedlich in seinem Provinzidyll, als gleich zwei Nachrichten ihn aus der Ruhe reißen. Erstens ist der König tot und zweitens steht ein zitterndes Elbenmädchen vor der Tür. Ein neuer Herrscher will gewählt werden und es ist Sache des Hochadels, sich darum zu kümmern. Die Elbin wird hingegen von einem mysteriösen Meuchler verfolgt. Natürlich sagt der Graf ihr seinen Schutz zu. Da er aber nun selbst in die Hauptstadt beordert wird, muss das Mädchen kurzerhand mit. Kaum im Königspalast angekommen zeigt sich, dass eine finstere Verschwörung ihre Klauen auf den Thron richtet ...


Rezension

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Sprache:Beschreibungen:Charaktere:Idee:




Spannung:
Romantik:
Humor:
Action:

Fazit

Dorn Wenn kleine Elbenmädchen weinen ... Dorn trägt die Dornen schon auf dem Titelbild. Also flux die Gartenhandschuhe an und einen Blick hineingeworfen. Meine Meinung: Der junge Autor (Jahrgang 86) Thilo Corzilius bekennt sich im Nachwort zum Vorbild Tolkiens. Der Zusammenhang ist nicht zu verleugnen, vieles in »Dorn« erinnert an Mittelerde: die schönen Elben als Überbleibsel einer untergegangenen Zeit. Die schwindende Magie. Ein einstmals mächtiges Reich, das nur noch Schatten seiner selbst ist. Die Gegenüberstellung von guter Naturmagie und schnödem Menschenwerk. Und nicht zu vergessen die Schilderung der Schlachten. Ganz und gar nicht Tolkien-like ist der Schreibstil. Günstigenfalls schreibt der Autor frisch, ungünstigenfalls rutscht er in einen zu modernen Slang ab. So ruft Deckard auf Seite 175 aus: »Warum passiert hier nur so eine riesige Scheiße an jeder Ecke?« (Mir deucht, der Herr Graf verfehlen den rechten Ton ...) Aus königlichem Munde kommt der Satz: »Ich habe das ganze adelige Getue nämlich satt« (S. 160). Und der Graf als Erzähler formuliert: »Die Harjenner hatten eine andere Gesellschaftsstruktur« (S. 237). Das klingt doch weniger fantasy-mittelaltermäßig denn neuzeitlich-sozialwissenschaftlich. Überhaupt, der Graf. Der Gute wächst einem rasch ans Herz. Das liegt zum einen daran, dass der Autor einiges richtig macht, zum anderen auch daran, dass Deckard vollständig unsere heutigen Ideale vertritt. Er steht für Ehrlichkeit statt politischer Ränke, Gleichberechtigung statt Feudalismus etc. Damit scheint er in eine pseudomittelalterliche Welt nicht mehr so recht zu passen. Die Handlung von »Dorn« setzt zunächst auf Rätsel. (Wovor läuft die Elbin fort? Wer steckt hinter der Verschwörung?) Etwa ab der Mitte verschiebt sich der Schwerpunkt dann zu Action: Kampf mit den Schurken, Flucht und epische Schlachten. Dabei ist das Buch durchgängig spannend. Ein echtes Plus sind auch die (tolkienmäßig) eingestreuten Lieder. Sie sind nicht nur formal geglückt, sondern unterstreichen auch sehr schön die Atmosphäre. (Und wer einmal selbst gedichtet hat, weiß, wie schwer das ist!) P.S.: Die Dornen auf dem Titelbild sind Fake. Dorn ist nämlich der Name des Ehernen Reiches. → Alles in allem ein gelungener Roman. Man hofft, der Autor möge weiter schreiben und an der mittelalterlichen Authentizität noch feilen. Wertung: 7/10 Punkte

Rezension in einem Satz:

Alles in allem ein gelungener Roman. Man hofft, der Autor möge weiter schreiben und an der mittelalterlichen Authentizität noch feilen.