Rezension: Der Name des Windes


Fantasy Zyklus:Königsmörder Chronik
  • 2.97/3

3.0/3
(3 Bewertungen)


  
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Zyklus:Königsmörder Chronik
Band:1
Verlag:Klett-Cotta
Seitenanzahl:863
Jahr:
Originaltitel:The Name of the Wind
ISBN:978-3608938159
Perspektive:Er- sowie Ich-Erzähler
Altersempfehlung:Jugend & Erwachsene
Das Wirtshaus gehörte ihm, wie ihm auch die dritte Stille gehörte. Und das war nur recht und billig so, denn sie war die größte der dreifachen Stille und schloss die anderen ein. Sie war so tief und so weit wie der Spätherbst. Sie wog so schwer wie ein großer, vom Fluss glatt geschliffener Stein. Es war der geduldige, schnittblumenhafte Laut eines Mannes, der darauf wartet zu sterben. (Prolog)

Inhalt

Der Gastwirt Kote rettet einen Chronisten vor dem Angriff spinnenähnlicher Dämonen (Skraels). Der Chronist begleitet Kote in dessen Gasthaus, wo er Bekanntschaft mit Kotes geheimnisvollem Gehilfen Bast macht. Der Chronist findet rasch heraus, dass es sich bei Kote in Wahrheit um den sagenumwobenen Magier Kvothe handelt, den man auch „den Blutlosen“ nennt. Nach einigem Zögern willigt Kvothe ein, dass der Chronist seine Lebensgeschichte aufschreibt, unter der Bedingung, alles genauso aufzuschreiben, wie er es erzählt...


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Fazit

Irgendwie scheint dieses Buch sehr viel mehr zu enthalten, als „nur“ eine Geschichte. Und keine Inhaltsangabe würde ihm gerecht werden, also: Lieber das Buch lesen und nichts über den Klappentext entscheiden :-D Was das Buch besser macht als andere, ist teilweise nicht so leicht greifbar. Zunächst einmal beginnt es in einem Wirtshaus, verschiedene Personen werden beschrieben, die bewirtet werden und über dies und das reden. Und ein paar Zeilen weiter entpuppt sich der Wirt, den man als Nebenfigur fast vergessen hat, als Handlungsträger. Gefährliche Wesen tauchen auf – der Wirt bekämpft sie. Allerdings weniger mit übernatürlicher Macht und Heldentum, wie man erwarten könnte. Überhaupt spielt das Werk mit Erwartungen. Sehr oft werden Fantasyklischees aufgegriffen (armer Junge, der seine Eltern verloren hat trifft einen seltsamen Einsiedler und erreicht auf wundersame Weise die Kraft sich zu rächen – genau diese Geschichte erzählt der Wirt selbst – nur um dann zu sagen, dass es eben so nicht war) und dann gebrochen. Beispielsweise möchte der junge Protagonist von einem bestimmten Meister in Magie unterwiesen werden. Dieser stimmt unter der Bedingung zu, es zu tun, wenn der Junge vom Balkon springt. Dieser weiß, dass der Meister über die spezielle Magie verfügt, diesen Sturz abzufangen und glaubt, diese Bedingung sei ein Vertrauensbeweis. Er springt. Er stürzt. Er bricht sich so einiges. Und wird dann nicht als Meisterschüler aufgenommen, da sein Meister keine Schüler nimmt, die dumm genug sind, vom Balkon zu springen ;-) . Und wieder geht das Märchen nicht seinen erwarteten Weg… Diese Brechung, die sehr häufig vorkommt, verleiht dem Buch auch seine Spannung. Obwohl der Wirt, der ältere Hauptdarsteller, seine Geschichte erzählt und somit das Ende – seine noch lebende Person – doch eigentlich schon am Anfang klar ist, hat mein keine Ahnung, wie die Geschichte verläuft. Das Buch ist kein Pageturner, bei dem man unbedingt so schnell lesen muss, wie es geht. Wer auf solche reine, kurzweilige und oberflächliche Unterhaltung aus ist, ist mit dem Buch vielleicht nicht falsch, aber nicht bestens beraten. Aber gerade für Vielleser ist es ein Juwel. Beschreibungen laufen nicht nach dem altbekannten Schema ab. Auch sie werden gebrochen und neu verbildlicht. Und sehr oft sehr viel besser als von dutzenden anderen Büchern gewohnt. Einige Gesellschaftsbeschreibungen (doch, leider ist es so: Wer Geld hat (und einen einflussreichen Daddy), hat die Macht. Auch wenn es der kleine Junge noch nicht glauben will) sind recht witzig auf den Punkt gebracht („Adelssöhne gehören neben Überschwemmungen und Wirbelstürmen zu den zerstörerischsten Naturgewalten“). Und gut recherchiert hat der Autor wohl auch. Keine seiner Ideen ist unlogisch. Einer der Sätze, den der junge Protagonist sich merken soll, ist beispielsweise „Ähnlichkeit verstärkt die Sympathie“. Und den Satz „Ähnlichkeit schafft Sympathie“ war eines der Lieblingssätze einer Psychologieprofessorin, in deren Vorlesung ich einmal war. Zu den Ideen ist noch zu sagen, dass sie vielleicht nicht so extraordinär sind, wie die drei vergebenen Sterne anzeigen – aber ihre Umsetzung ist besser als sehr gut. Und besser als in den meisten sehr guten Büchern. Vor allem das Spiel, welches der Autor mit den erwarteten Handlungsklischees treibt, indem er sie bricht oder nicht bricht, ist eine Klasse für sich. Deswegen auch die drei Sterne bei Beschreibung, auch wenn es weniger die Beschreibungen sind, die extraordinär sind, sondern eher das, was durch die Beschreibungen aufgebaut wird. Eine Erwartung, die dann und wann plötzlich gebrochen wird – im positiven Sinne. Es ist vielleicht nicht für jeden das beste Buch, was jemals geschrieben wurde – und mit so einer Erwartung sollte man es nicht kaufen - aber es hinterlässt irgendwie einen Eindruck. Und wenige Bücher tun das. Wer viel gelesen hat, wird es also als einen sehr seltenen Schatz zu würdigen wissen. Und als einen solchen habe ich es bewertet. Eines meiner Lieblingsbücher. Ganz weit oben.

Rezension in einem Satz:

Ein Spiel mit den Erwartungen. Ein sehr, sehr gutes.



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Ich hatte dieses Buch über ein Jahr in meinem Regal stehen, bevor ich es gelesen habe *Schande über mein Haupt* aber als ich es dann gelesen habe, konnte ich es kaum weglegen. Zwar ist es am Anfang etwas schwerer, sich in das Buch reinzufinden, aber nach den ersten 50 Seiten, war das Buch so, wie Fantasy sein soll: Inovativ; Episch; Gut beschriebene Charaktere; Eine Welt, in die man gerne eintaucht. Patrick Rothfuss gelingt durch seinen lebendigen Schreibstil und seine Erzählweise ein Fantasy-Highlight der besonderen Art. Die Charaktere waren gut durchdacht und ihre eigenen Geschichten, die mich immer wieder faszinierten, z.B. Kvothe oder Elodin. Auch der Humor kommt nicht zu kurz, hier muss ich mit dem Zaunpfahl auf Elodin deuten, der mit seiner seltsamen Art für einige Lacher gesorgt hat. Da die Geschichte einen größeren Zeitrahmen hat, wird die Geschichte nicht langatmig, sondern ist immer abwechslungsreich. Es gibt ein einziges Manko bei: "Der Name des Windes" - Es ist zu dünn! Nach einem Wochenende war es durchgelesen!

Rezension in einem Satz:

Ein Fantasy-Highlight der besonderen Art



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(42 Rezensionen)
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Spannung:
Romantik:
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Der Name des Windes ist der erste Teil der Königsmörder-Chronik die aus drei Bänden besteht. Eine Geschichte voller Gefahren, Trauer, Verlust, aber auch Freundschaft und Liebe. Kvothe schildert sein Leben als Kind, die Ermordung seiner Eltern und wie er sich dadurch veränderte. Er wurde zum Straßenkind mit nur einem Ziel: an der hießigen Universität zu studieren und den Namen des Windes herausfinden. Die Universität bedeutet Zugang zur Bibliothek, die er nutzen will, um mehr über die Chandrian, die Mörder seiner Eltern, herauszufinden. Patrick Rothfuss schildert eindrucksvoll, mit welchen Problemen Kvothe sich als elternloser und armer Junge herumschlagen muss. Obwohl das Buch ziemlich viele Seiten umfasst wirkt es nicht in die Länge gezogen, sondern bleibt interessant. Man taucht immer mehr ein, in die welt von Kvothe.Man fiebert mit, als Kvothe im Eolian antritt, um das Abzeichen der besten Musiker zu gewinnen. Man hofft und hibbelt mit, wenn Kvothe erneut auf Denna trifft. Der Name des Windes ist ein Buch in dem man völlig aufgeht und schon beinahe das Gefühl hat selber durch die Wege und Räume der Universität oder die naheliegenden Dörfer zu laufen. Auch fällt es einem nicht schwer Zugang zu den Charakteren zu finden. Man schließt sie schnell ins Herz und kann ihr Handeln nachvollziehen. Ein fantastisches Buch, mit wunderbaren Charakteren und einer wunderbaren Geschichte die einen unweigerlich fesselt.

Rezension in einem Satz:

"Der Name des Windes" ist ein Buch in dem man völlig aufgeht und schon beinahe das Gefühl hat selber durch die Wege und Räume der Universität oder die naheliegenden Dörfer zu laufen.