Rezension: Der dunkle Wächter


Fantasy
  • 2.50/3

2.5/3
(2 Bewertungen)


  
Buchdaten anzeigen ↓
Zyklus:
Band:
Verlag:Fischer FJB
Seitenanzahl:352
Jahr:2009
Originaltitel:El príncipe de la niebla
ISBN:3596853885
Perspektive:Er Erzähler
Altersempfehlung:Jugend & Erwachsene
Ein intensiver goldener Lichtschein drang aus dem Inneren des Hauses. In der Helligkeit zeichnete sich eine reglose Silhouette ab. Plötzlich erwachte die Gestalt zum Leben und neigte den Kopf, während gleichzeitig ein mechanisches Rattern zu hören war. Leblose Augen starrten sie an, hohle Glaskugeln, eingelassen in eine Maske, deren einziger Ausdruck ein schauriges Grinsen war. (2. Kapitel)

Inhalt

Nach dem plötzlichen Tod des Vaters bleiben Irene, ihr Bruder Dorian und ihre Mutter mittellos zurück. Als ihnen der reiche Spielzeugfabrikant Lazarus Jann das Angebot unterbreitet in ein kleines Fischerdorf zu ziehen und für ihn zu arbeiten, greift Mutter Simone sofort zu und so beginnt die Reise der Familie nach Baie Bleue, wo jeder jeden kennt und das Meer direkt unter dem Haus beginnt. Wo Irene den schweigsamen Ismael kennen lernt und wo sich langsam ein dunkler und gefährlicher Schatten auszubreiten scheint...


Rezension

von:
(3 Rezensionen)
Eigene Empfehlung:
Sprache:Beschreibungen:Charaktere:Idee:




Spannung:
Romantik:
Humor:
Action:

Fazit

Neben seiner bekannten Reihe um den Friedhof der vergessenen Bücher, hat Carlos Ruiz Zafón auch eine Reihe von Jugendbüchern geschrieben. Nachdem ich vom ‚Mitternachtspalast’ restlos begeistert war, ist ‚Der dunkle Wächter’ nun das zweite Buch aus dieser "Reihe" [wobei die Bücher inhaltlich absolut nichts miteinander zu tun haben], das mich auf ähnliche Weise begeistert [wenngleich nicht ganz so verzückt] zurück lässt. Wenn ich ehrlich bin, gefallen mir Zafóns Jugendbücher sogar besser als beispielsweise ‚Das Spiel des Engels’, denn in ihnen vermischen sich die wunderschönen Beschreibungen des Autors, sein Hang für geschickt eingeschleuste Fantasy und ein in seinen Erwachsenenbüchern fehlender Schwung. Das Buch ist mit seiner relativ großen Schrift und den großen Zeilenabständen allgemein nicht besonders lang, aber der Geschichte tut das keinen Abbruch und dem Autor scheint genügend Platz für die bildhafte Beschreibung eines riesigen Anwesens voller mechanischer Menschen und Apparaturen zu bleiben, die den Leser in eine spannende und überraschende Welt führt. Mir haben besonders die Beschreibungen von Lazarus Janns Anwesen Cravenmoore und der Leuchtturminsel samt Leuchtturm gefallen, die gleichzeitig unglaublich faszinierend, aber auch ein wenig gruselig wirken. Die Charaktere sind durchwegs ausführlich und lebendig gestaltet, wie ich es bereits aus ‚Mitternachtspalast’ kannte. Natürlich stehen Irene und Ismael im Mittelpunkt der Geschichte. Sie sind es, die bei einem Ausflug auf die verlassene und von Schauergeschichten umrankte Leuchtturminsel den Geheimnissen dieses Ortes langsam näher kommen. Im Ganzen ist die Geschichte wunderschön aufgebaut und verstrickt, ebenso spannend und bildhaft. Und das Cover ist natürlich wie schon beim ‚Mitternachtspalast’ das Tüpfelchen auf dem i.

Rezension in einem Satz:

Carlos Ruiz Zafón schreibt wunderschöne Jugendbücher, die rundum überzeugen und zu fesseln.



Rezension

von:
(73 Rezensionen)
Eigene Empfehlung:
Sprache:Beschreibungen:Charaktere:Idee:




Spannung:
Romantik:
Humor:
Action:

Fazit

Trotz der Bezeichnung als Jugendbuch ist das für mich wieder ein typisches Zafón-Buch. Man merkt auch der etwas einfacher gehaltenen Sprache sofort an, wer dieses Buch geschrieben hat. Nicht nur das, auch die Vorliebe für Maschinen und Spielzeuge sowie die bevorzugte Epoche mussten wieder herhalten. Doch auch wenn das nach bekannten Mustern klingt, ist es dem Autor dennoch gelungen, ein völlig selbständig stehendes Buch zu verfassen, das vielleicht in Teilen an Vorgänger erinnert und dabei doch irgendwie anders ist. Gerade als ich von den Automaten, bzw. man kann stellenweise wohl schon fast Roboter sagen, gelesen hatte, musste ich sofort an 'Marina' denken - an die Puppen, die hergestellt wurden und wichtiger Bestandteil sind. Es gibt wirklich Parallelen, das kann man nicht verleugnen. Für mich auch ein Grund, dem Buch etwas in der Bewertung abzuziehen, einfach weil ich mir doch gewünscht hätte, diese Ähnlichkeiten eben nicht zu haben, sondern etwas Neues zu lesen. Seltsamerweise hat dies meinem Lesevergnügen letztendlich dennoch keinen Abbruch getan: Ich fieberte mit den Protagonisten mit, litt mit und rätselte immer wieder, was hinter all dem steckt. Wie immer versteckt Zafón Bruchstücke der Geschichte und gegen Ende des Buches setzt sich das Puzzle zusammen und ich dachte einfach nur 'Logisch, da hätte ich auch früher drauf kommen können.' Auch die Sprache ist wieder wunderschön, daran ändert auch nichts die vermeintliche 'Einfachheit', die aufgrund der Einordnung ist das Jugendbuchgenre vorzufinden ist. Ich finde die Sprache einfach nur wundervoll, stark, bilderreich und faszinierend. Vielleicht ist auch das ein Grund, warum ich Parallelen hier leicht verschmerzen kann? Auch die Ausarbeitung der Protagonisten liegt dem Autor. Irenes und Ismaels kleine Romanze ist einfach berührend in ihrer Schlichtheit. Auch Irenes kleiner Bruder bekommt viel Aufmerksamkeit und ist eine wirklich spannende Figur. Doch besonders gut hat mir der Rahmen der eigentlichen Geschichte gefallen, einfach nur wundervoll!

Rezension in einem Satz:

An der Geschichte gibt es eigentlich nichts aussetzen, Spannung, tolle Charaktere, wundervolle Sprache - wenn da nicht die Parallelen wären, die mich an andere Werke des Autors erinnern. Nichtsdestotrotz ein wundervolles Buch!