Rezension: Der Wahnsinn kehrt zurück


Fantasy Zyklus:Das Biest in Dir
  • 2.67/3

2.7/3
(1 Bewertung)


  
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Zyklus:Das Biest in Dir
Band:3
Verlag:AAVAA
Seitenanzahl:255
Jahr:
Originaltitel:
ISBN:9783845907147
Perspektive:Er Erzähler
Altersempfehlung:Jugend & Erwachsene
Man hat immer eine Wahl, Skal.

Inhalt

Nach der vernichtenden Niederlage in Urgolind ist das Schicksal der überlebenden Gefährten ungewiss. Darius und Therry befinden sich in albischer Kriegsgefangenschaft, während die Zwerge Nubrax und Paro, gemeinsam mit ihrem fragwürdigen Retter, ziellos durch den Naoséwald irren. Einzig der abtrünnige Iatas Skal, der im Augenblick höchster Not sein wahres Gesicht offenbarte, scheint sich auf die richtige Seite geschlagen zu haben. Doch auch er zog keinesfalls das große Los. Ein unscheinbarer Mann macht sich daran, aus dem Schatten zu treten - bereit, nicht nur ihr Schicksal, sondern das von ganz Epsor zu verändern...


Rezension

von:
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Eigene Empfehlung:
Sprache:Beschreibungen:Charaktere:Idee:




Spannung:
Romantik:
Humor:
Action:

Fazit

Wieder beginnt Felix Hänisch mit einem Prolog. Er lässt Skal zu Wort kommen. Reflexionen seines Lebens zeigen dem Leser, wie der einstmals loyale Krieger zu einem Verräter werden konnte. Er wirbt um Verständnis für seinen Verrat, doch seine Argumente finden kein Gehör. Doch zumindest weiß der Leser nun, was Skal zu seinen Handlungen bewogen hat. Während er mit Loes den Ort der blutigen Schlacht verlässt, schmoren die beiden jungen Schüler im Kerker vor sich hin. So sind sie der Rache Saparins und Nemestas hilflos ausgeliefert. Ohne Unterstützung oder einen Freund an ihrer Seite. Die Zwerge Nubrax und Paro entkommen dem Gemetzel, doch beide sind schwer verletzt und am Ende ihrer Kräfte. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sie ihren Verletzungen erliegen. Nubrax kann Ephialtes nicht verzeihen, dass er an der Seite des Feindes gekämpft hat, doch er ist in seiner Hilflosigkeit auf die Hilfe des Verräters angewiesen. Die Verwandlung von Therry und Darius lässt sich immer noch nicht kontrollieren. In dieser schlimmen Zeit brauchen beide angehenden Iatas die Kräfte der Biester, doch das Biest verweigert sich. Im Kerker begegnen die beiden Schwerverletzen dem Ork Drug. Therry tötete einst im Kampf dessen Bruder. So hat sie nicht nur die Rache Nemestas sondern auch die Mordlust des Ork zu fürchten. Doch im Kerker sitzt noch ein weiterer Gefangener. Dieser wird das Schicksal der beiden jungen Krieger und ganz Epsors verändern. Ich schlage mit Freuden jeden weiteren Band aus dieser gelungenen Serie auf und schaue immer zuerst in das Personenregister, wer als neuer Protagonist zu erwarten ist. Die Landkarte und die dramatis personae sind ein wahrhaft gelungener Einstieg. Da haben sich Verlag und Autor in der Darstellung wirklich etwas einfallen lassen. Man weiß als Leser nicht, ob dies der schlimmste oder beste Band der Serie ist. Das Schicksal der Gefährten wird bis ins kleinste Detail geschildert und dieses Schicksal ist grausam. Eine endlose Folge von Gewalt wird uns zugemutet. Es ist nicht die Gewalt des Krieges, sondern die Folge dessen. Folter, Schmerz, Verrat, Selbstzweifel bis hin zur fast völligen Selbstaufgabe. Niemand kommt ungeschoren davon. In anderen Geschichten erheben sich die gemarterten Protagonisten wie Phönix aus der Asche und man glaubt kaum, was sie erlitten haben. Hier findet sich kein unglaubwürdiger Wandel, keine heldenhafte Rettung. Die Helden sind gebrochene und jammernde Gestalten, die sich dem Feind beugen müssen, um Verstümmelung und Tod zu entgehen. Gerade der stolzen und aufbrausenden Therry fällt dieses unwürdige Verhalten schwer. Doch um Darius zu retten, muss sie ihren Stolz aufgeben und sich der demütigenden Situation stellen. Der Leser begegnet zwei jungen Menschen die verzweifeln und kein Licht am Ende des Horizonts erkennen können. Und einem alternden Kämpfer, der an den Erfordernissen des Leben scheitert. Der bewusst einen falschen Weg beschreitet und in seiner Selbstüberschätzung meint, den Verlauf dieses eingeschlagenen Weges ändern zu können. Er verstrickt sich in einer endlosen Spirale der Torheit und Irrtümer. In dieser Rezension kann man eigentlich nur zu viel verraten. Die Geschichte ist aus einem Guss und gerade beim Wechsel von Band drei zu Band vier geht es nahtlos, ohne Übergang und ohne Pause weiter. Der Leser kommt nicht zum Atem holen, gierig saugt er jedes weitere Wort ein. Der Autor ist deutlich erwachsener geworden. Man erkennt hier eine erhebliche Steigerung zu Band eins. Die Sprache ist klar, flüssig, ausdrucksstark und sehr bilderreich. Teilweise meint man, einen Film zu sehen, statt ein Buch zu lesen. Ich habe auf der Website des Autors gelesen, dass sein erstes Interesse wohl dem Filme machen galt, er dies aber, Mangels Möglichkeiten, zu Gunsten der Schriftstellerei aufgegeben hat. Ein Glück für die Leser und ein Verlust für Cineasten.

Rezension in einem Satz:

keine Zeit, muss sofort weiter lesen, Band 4 wartet