Rezension: Der Räuberbräutigam


Fantasy
  • 1.88/3

1.9/3
(2 Bewertungen)


  
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Zyklus:
Band:
Verlag:Hobbit Presse Klett-Cotta
Seitenanzahl:156
Jahr:
Originaltitel:The Robber Bridegroom
ISBN:
Perspektive:Er Erzähler
Altersempfehlung:Erwachsene
»Hallo, Fremder«, sagte er zu dem zweiten Reisenden. »Die Welt ist klein! Lange her, seit unsere Köpfe Seite an Seite auf dem Kissen lagen.« »Eine Ewigkeit!«, rief der andere. Da wusste Clement, dass sie alle einander fremd waren und dass die stürmische Nacht vor ihnen lag. (1. Kapitel)

Inhalt

Drei Reisende steigen in einem Gasthaus am Mississippi ab und teilen sich ein Bett. Am nächsten Morgen hält einer von ihnen seine Schlafgenossen für Geister und springt mit einem großen Satz aus dem Fenster. »Den sehen wir nie wieder«, sagt der blonde Jamie Lockhart und überlegt, wie man die Goldstücke des verschwundenen Bettgenossen teilen könnte. Der Tabakpflanzer Clement lädt Jamie daraufhin für den nächsten Sonntagabend in sein Haus ein. Just an diesem Tag wird Clements Tochter, die schöne Rosamond, von einem Räuber mit rußgeschwärztem Gesicht verführt. Ihr Vater beauftragt seinen neuen Freund Jamie damit, die Untat zu rächen …


Rezension

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(282 Rezensionen)
Eigene Empfehlung:
Sprache:Beschreibungen:Charaktere:Idee:




Spannung:
Romantik:
Humor:
Action:

Fazit

Skurril. Dies trifft dieses Büchlein als Beschreibung wohl am besten. Der Titel ist bereits an ein Märchen der Gebrüder Grimm angelehnt, es finden sich auch ab und an Elemente aus verschiedenen Märchen. Die Grundgeschichte ist jedoch eine völlig andere. Wer auf eine runde Unterhaltungsgeschichte hofft, wird enttäuscht werden. Das Buch lebt vor allem duch seinen speziellen, hintergründigen und teils tiefschwarzen Humor. Man sollte das Buch in einem Rutsch durchlesen, sonst verliert man noch die Anbindung an den eigenen Sprachstil und den Fluss des Humors - bei einem Wiedereinstieg braucht man erst ein/ zwei Seiten, bevor man das Ganze wieder urkomisch und nicht seltsam oder tooo much findet. Insgesamt ist das Buch tatsächlich, was von Bela B. auf dem Cover abgedruckt ist "Der Räuberbräutigam ist Wahnwitz pur!" Sprachlich können sich einige Autoren ein Scheibchen abschneiden - ich meine jetzt nicht die Satzkonstruktion, die eher aus ein paar Jährchen zuvor bekannt ist - sondern die Art, wie Dinge durch Vergleiche beschrieben werden. Auch dies lässt den süßen schwarzen Humor voll zur Geltung kommen. Für mich war das Buch erfrischend, etwas völlig anderes, als ich sonst lese. Man sollte aber auch nicht etwas wie "sonst" erwarten, da das Buch sehr speziell ist. Aber erfrischend skurril, eben.

Rezension in einem Satz:

Erfrischend skurril.



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Spannung:
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Action:

Fazit

Die schöne Rosamond lebt bei ihrem reichen Vater und ihrer hässlichen und missgünstigen Stiefmutter. Eines Tages wird sie von Jamie Lockhart, einem Räuberhauptmann, überfallen, in den sie sich verliebt, obwohl sie weder seinen Namen kennt noch sein Gesicht sehen kann, das er mit Beerensaft unkenntlich gemacht hat. Im Original ist der Roman (mit seinen etwa 150 Seiten eher Kurzroman) bereits 1942 erschienen. Eudora Welty ist hier eher unbekannt, in ihrer Heimat, den USA, galt sie als „große Dame der Südstaatenliteratur“ und wurde mit wichtigen Preisen ausgezeichnet. Sprachlich konnte mich der Roman so auch von Anfang an überzeugen, die Geschichte leider weniger. Die Autorin bedient sich einiger Versatzstücke aus bekannten Märchen (wie z. B. der bösen Stiefmutter), die zu einer turbulenten, kuriosen, regelrecht absurden Geschichte verknüpft werden, die auf mich oft fast slapstickhaft wirkt. Ich konnte beim Lesen keinen rechten Sinn in der Geschichte erkennen, der ihr von anderen Rezensenten zugebilligte Witz wirkt bei mir kaum. So war ich letztlich froh, als ich das Buch zu Ende gelesen hatte und es wieder auf die Seite legen konnte. Ich mag Märchen, ich mag durchaus auch (nicht zu überzogenen) Slapstick, diese Geschichte war mir aber insgesamt zu übertrieben. Ich will mich von Büchern unterhalten lassen, nicht nach einem Sinn suchen.

Rezension in einem Satz:

Die Geschichte ist kurios, regelrecht absurd