Rezension: Der Dieb


Fantasy Zyklus:Die Legenden von Attolia
  • 1.83/3

1.8/3
(1 Bewertung)


  
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Zyklus:Die Legenden von Attolia
Band:1
Verlag:Blanvalet
Seitenanzahl:301
Jahr:2011
Originaltitel:The Thief
ISBN:3442268435
Perspektive:Ich Erzähler
Altersempfehlung:Jugend & Erwachsene
Es gab einen Wärter, der mich immer dann zu ertappen schien, wenn ich, den Kopf in die Hände gestützt, dasaß, und er lachte stets. »Was?«, pflegte er zu sagen. »Bist du immer noch nicht entkommen? « Jedes Mal, wenn er lachte, schleuderte ich ihm Beleidigungen entgegen. Das war nicht diplomatisch, aber wie immer konnte ich keine Beleidigung zurückhalten, die nun einmal ans Tageslicht wollte. (1. Kapitel)

Inhalt

Gen ist ein Dieb und wäre das nicht bereits gefährlich genug, gibt er mit seinem Tun auch noch an. Das trägt ihm die Gefangenschaft im Kerker ein, aus dem ihn der Magus des Königs herausholt. Er überredet Gen, mit ihm auf eine Reise zu gehen, an deren Ende er den Stein der Götter stehlen soll. Allein um aus der Gefangenschaft zu entkommen, willigt der Dieb ein - und balanciert plötzlich das Schicksal von drei Königreichen in seinen Händen...


Rezension

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Eigene Empfehlung:
Sprache:Beschreibungen:Charaktere:Idee:




Spannung:
Romantik:
Humor:
Action:

Fazit

Megan Whalen Turner schreibt im Anhang des Romans, dass sie 1993 das erste Mal Griechenland besucht habe. Eine Reise, die sie nachhaltig beeindruckt haben muss, denn sie hat die Geschichte um die Legende von Attolia in einer sehr ähnlichen Umgebung spielen lassen. "Es gibt keinen bestimmten Zeitpunkt in unserer Welt, der dem Entwicklungsstand von Gens Welt entspricht, aber sie ähnelt gewiss eher dem Byzantinischen Zeitalter als dem klassischen Griechenland." Auch was die Götter angeht, die durchaus spürbar mitmischen, hat sich die Autorin hier Inspiration geholt. Dabei wurden aber Bedeutungen, Aufgaben und sogar Geschlechter der eigentlichen Geschichte um Gen angepasst. "Der Dieb" erzählt seine Geschichte in der Ich-Form selbst, Orte und Personen werden allein durch seine Gedanken lebendig. Zwar ist Gen sehr symphatisch, wirkt aber manchmal noch ein wenig konstruiert, was allerdings auch mit dem eher überraschenden Ende zusammenhängen kann. Ins Geschehen wird sehr direkt und schnörkellos eingestiegen, dann jedoch verliert sich einiges der anfänglichen Spannung. Denn außer Reiten und Lagerfeuerromantik verbreiten, geschieht danach nicht. Unterbrochen wird die Reise durch immer wiederkehrende Erzählungen über einzelne Götter, von denen es offenbar verschiedene Versionen gibt. Das macht alles leider ein wenig zäh, wenn auch nicht so sehr, dass es langweilig werden würde. Seltsam ist, dass die Welt damit anschaulich beschrieben wird, es aber dennoch sehr schwer ist, die politische Lage zu verstehen. Aus welchem der drei Länder ist Gen aufgebrochen und woher stammen seine Gefährten? Für wen arbeitet er nun genau - denn unser Dieb arbeitet ja grundsätzlich nur für den Meistbietenden. Auch welcher Gott zu welcher Berufsgruppe wie eingestellt ist und warum es diese unterschiedlichen Versionen der Legenden gibt, war schwierig zu verstehen. Im Grunde ist das aber nicht so schlimm, es liest sich auch gut ohne diese Informationen. Überhaupt wächst das Buch mit jeder Seite, obwohl es mit knapp dreihundert davon eher zu den leichteren Fantasyromanen gehört. Am Ende des zweiten Drittels nimmt die Handlung dann so richtig Fahrt auf und zieht den Leser förmlich mit. Wer bisher nicht von "Der Dieb" überzeugt war, wird es spätestens hier sein. Whalen Turner hat den ersten Teil für junge Leser geschrieben, die Art, wie sie das gemacht und die Begeisterung beim Lesen, die sie zu wecken verstanden hat, machen den Roman aber geeignet für alle Altersklassen. Diese Rezension und weitere sind zu finden auf: http://verlorene-werke.blogspot.de/2013/08/der-dieb-megan-whalen-turner.html

Rezension in einem Satz:

Am Ende des zweiten Drittels nimmt die Handlung dann so richtig Fahrt auf und zieht den Leser förmlich mit. Wer bisher nicht von "Der Dieb" überzeugt war, wird es spätestens hier sein.