Rezension: Blueprint Blaupause


Fantasy
  • 2.17/3

2.2/3
(2 Bewertungen)


  
Buchdaten anzeigen ↓
Zyklus:
Band:
Verlag:Beltz & Gelberg
Seitenanzahl:208
Jahr:1999
Originaltitel:
ISBN:3407741022
Perspektive:Ich Erzähler
Altersempfehlung:Jugend & Erwachsene
Doch auch Iris konnte nicht wissen, wie das werden würde mit ihr und mir, mit uns, mit zweimal SIE und zweimal ICH. Auch Iris war unvorbereitet auf das Leben mit dem eigenen Klon. Schon lange vor meiner Zeit wurde das Klonen mit der ersten Atomspaltung verglichen und das gefällt mir: Wir Klone sind wie kleine Atombomben. In den zwischenmenschlichen Beziehungen sprengen wir viel von dem in die Luft, was euch seit Menschengedenken lieb und teuer war und unveränderlich, ja ewig erschien. Nach uns bleibt ein genetisches Hiroshima zurück, ein seelisches Niemandsland, eine schwarze Liebeswüste.

Inhalt

Ein brandaktuelles Thema, der geklonte Mensch, steht im Zentrum dieses Bestsellers von Charlotte Kerner: Die hoch begabte Komponistin Iris leidet an einer unheilbaren Krankheit. Damit ihr Talent nicht mit ihr aus der Welt schwindet, lässt sie sich klonen. Iris und ihre Tochter Siri sind damit eineiige Zwillinge und zugleich Mutter und Kind. Als "Blueprint", als Kopie ihrer Mutter, lebt Siri ein vorgegebenes, vorgelebtes Leben. Wo genau verläuft die Grenze zwischen ihren Persönlichkeiten? Wer ist hier Ich und wer Du? Erst nach dem Tod der Mutter gelingt es Siri, zu sich selbst zu finden...


Rezension

von:
(29 Rezensionen)
Eigene Empfehlung:
Sprache:Beschreibungen:Charaktere:Idee:




Spannung:
Romantik:
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Action:

Fazit

Vor ein paar Jahren hatten wir in der Schule mit dem Thema "Klonen" befasst und haben dazu den Film gesehen. Als ich letztes das Buch entdeckt habe, konnte ich nicht anders und musste es lesen. Charlotte Kerners "Blueprint" besticht durch eine eigene Sprache, die an eigenen Stellen sehr selbstreflektiertend ist, vor allen in den Passagen, in denen Siri, der Klon, von Iris spricht. Der Haken an der Geschichte ist, dass der Leser nicht viel von Iris erfährt; doch nach der Lektüre des Buches weiß er, dass auch viel von Iris Gedanken daringesteckt haben.

Rezension in einem Satz:

Wer sich mit der Klonthematik auseinandersetzen will, vor allem mit all den zahllosen ethischen Aspekten, die heute noch nicht abzusehen sind, dem ist dieses Buch wärmstens ans Herz zu legen.



Rezension

von:
(280 Rezensionen)
Eigene Empfehlung:
Sprache:Beschreibungen:Charaktere:Idee:




Spannung:
Romantik:
Humor:
Action:

Fazit

Gäbe es Klone, könnte ich mir sehr gut vorstellen, dass es im Inneren eines Klons genauso trist aussieht, wie bei Siri. Ich meine, wenn du (als Klon) nichts mehr zählst, weil alles, was du je machen wirst, von der (echten?) Person zuvor schon vorgepaust wurde und du dir nicht einmal sicher sein kannst, ob du überhaupt noch zählst oder nur das, wofür du gezüchtet wurdest? Ich finde allein die im Buch gut herausgestellte Vorstellung schrecklich, dass auch meine Gefühle nur eine Kopie wären. Meine Mutter/Schwester/Klonego würde sehr genau wissen, wie ich auf bestimmte Sachen reagiere - eben weil sie es auch machen würde. Wenn ich zickig bin, wenn ich wütend oder wie ich wütend werde, in wen ich mich verliebe... da bleibt keine Freiheit mehr. Klar kann der Klon auch seinen eigenen Weg gehen. Da aber das Klon-Elter nicht nach Individualität gesucht hat, wird es versuchen, dies zu verhindern. Und auch wissen, wie. Schließlich weiß man ja, wie man selbst reagiert. Neben diesen ethisch schwierigen Fragen, die im Buch wahnsinnig gut umgesetzt wurden, sollte man aber auch klar sagen, dass das ganze Buch von einer höchst depressiven Stimmung getragen wird. Logisch, Siris ganzes Leben ist nur eine Kopie während alle Welt lieber ein Original hat, da gibt es nicht viel zu jubeln. Aber wenn man selbst gerade nicht so gut drauf ist... Ich habe ja gehofft, dass Siri endlich ausbricht und ihren eigenen Weg geht. Macht sie auch. Allerdings ist sie am Schluss doch irgendwie, genau betrachtet, ihre Mutter in grün, was noch einmal erschreckend ist. Die Sprache nimmt viel vorweg, schon als Siri ihre eigentlich glückliche Kindheit schildert, geschieht dies in einem Rückblick, wo viele Ach und Wehs aus der Zukunft eingefügt wurden, die sich bis zur Zukunft oft wiederholen. Wäre der Inhalt nicht so aufrüttelnd und einfühlsam geschrieben, hätte mich das sehr genervt. Insgesamt ein bombastischer Einblick in die verkorkste Psyche eines Klons, einer Kopie ohne recht auf wirkliche Individualität, der erschreckt. Vom sprachlichen und vom Lesefluss her allerdings nicht 100% mein Geschmack. Es zu lesen würde ich trotzdem jedem emfpehlen.

Rezension in einem Satz:

Ein gelungener Einblick in die verkorkste Psyche eines Klons, einer Kopie ohne recht auf wirkliche Individualität, der erschreckt.